Unser therapeutisches Angebot

Fest integriert in unser Internatsangebot ist eine therapeutische Begleitung. Aber sie ist anders aufgebaut als Du es aus der Psychotherapie in einer Praxis kennst, die Du vielleicht schon vor Ort genommen hast. WIr vereinbaren keine Sitzungen mit Termin. Das ist auch nicht nötig, wo wir ja alle so nahe beeinander wohnen. Statt dessen kannst Du immer, wenn es Dir schlecht geht, zu Deinem Schulleiter und Heimleiter gehen. Vorausgesetzt, es ist gerade Zeit. Wenn Du das Selbständigsein und Alleinwohnen gerade nicht aushältst, Heimweh hast oder Dich überfordert fühlst, kannst Du herüber kommen. Daran ist nichts, für das Du Dich schämen musst. Die viele Freiheit kann mal ganz cool sein, aber auch mal belasten. Immerhin wohnst Du in einem Alter allein, wo andere nicht mal daran denken können, bald von zuhause auszuziehen.

Wenn Dir ein Gespräch nicht reicht, kannst Du auch gerne für eine ganze Nacht oder ein paar Tage bleiben, bis die Kraft zurück gekommen ist. Dazu gibt es in der Wohnung Deines Therapeuten auch ein „Kinderzimmer“ für Dich. Und dass Du da gewohnt hast, bleibt natürlich unter uns.

Unser therapeutischer Ansatz baut auf einer zentralen Erkenntnis auf:

Du kannst dich nur ändern, wenn du sicher weisst, dass Du Dich nicht ändern musst

Jeder Mensch möchte so angenommen werden, wie er ist. Und eigentlich wissen wir alle, dass es uns besser geht und wir uns stärker fühlen, auch für Veränderungen, wenn wir nicht hören, dass wir krank und falsch sind, oder?

Diese Erkenntnis und noch viel mehr verdanken wir dem Gründer unserer psychotherapeutischen Schule, Carl Rogers (eine Schule nennt man in der Wissenschaft eine Denkrichtung, die ein Wissenschaftler oder Vordenker mit seinen Ideen begründet hat). Rogers lebte von 1902 bis 1987 und begründete den personzentrierten Ansatz, der unser Fundament ist, so wie andere nach der Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologie arbeiten.

Im personzentrierten Ansatz gibt es übrigens keine „Therapie“.Wie es auch keine „Störungen“ gibt und somit auch keine Heilung. Somit gibt es auch keinen Therapeuten und wenn es ihn nicht gibt, kann er auch nicht alles besser wissen. Eigentlich wissen die, die man gemeinhin „gestört“ nennt, sehr gut, was ihnen fehlt und was sie ändern müssten. Manchmal denken sie sogar zuviel daran. Und mit diesem Denken, gestört, krank oder falsch zu sein, schaden sie sich oft sogar mehr als die „Störung“ ihnen schadet. Sie geraten in einen Kreislauf von Zweifel und Selbsthass.

Eigentlich könnten sie statt Diagnosen und Therapien gut einen Menschen gebrauchen, der sie von Zeit zu Zeit wissen lässt, dass sie richtig sind, wie sie sind. Das lässt sie mehr Kraft finden, sich zu verändern.

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